01Die Sturmkrone
Zephyron fing seinen ersten Blitz als Jungtier über dem Stillen Meer. Der Strom lief durch die Hörner in die Flügel, ohne ihn zu verbrennen. Jeder spätere Sturm fügte der Krone eine Spitze hinzu. Alte Drachen nannten es Macht. Zephyron verstand, dass der Himmel Elektrizität in ihm ablegte, die er selbst nicht mehr tragen konnte. Die Krone war keine Herrschaft, sondern angesammelte Schuld.
02Der Stab des Observatoriums
Der Blitzableiter des Ostobservatoriums war jahrhundertelang Zephyrons Landeplatz. Astronomen lasen an seiner Ankunft den Sturm, Nyxara übertrug die weißen Flügeladern auf die Monduhr. Im Krieg zerbrach der Stab. Zephyron trieb die Hälfte in den Fels und hielt jeden Einschlag in seinen Flügeln, bis das Observatorium geräumt war.
03Gläserner Donner
Manche Stürme sind lautlos. Blitze frieren in den Wolken ein und hinterlassen glasartige Linien. Zephyron bemerkte, dass sie nach dem Verschwinden der Sternbilder zunahmen. Seine Adern leuchteten sonst weiß, in diesen Wolken jedoch blassviolett. Als er einen Strom in den gebrochenen Stab zog, schmolz das Metall zu einer nach Norden weisenden Gabel.
04Der fallende Sturm
Eines Nachts sank eine ganze Wolkenschicht auf die Stadt. Zephyron zerstreute sie nicht, sondern öffnete die Flügel zu einem Kreis und leitete den Strom in alte Wasserkanäle. Die Risse der Membranen stammen aus jener Nacht. Mit transparenten Platten repariert, leuchten sie heute wie eine Karte aller Stürme, die er getragen hat.
05Der letzte Horizont
Mit dem stärkeren Nordstrom dreht sich Zephyrons Krone zur Letzten Flamme. Aelthra trägt die Prophezeiung, Nyxara die Spur der fehlenden Sterne. Setzt er den Stab im Zentrum, könnte sich die Last des Himmels dort entladen. Ob sie die Flamme neu entfacht oder löscht, weiß er nicht. Er wählt die Verantwortung, bevor der Sturm für ihn entscheidet.